Endlich Nichtraucher – rauchfrei ohne Stress
Juni 29th, 2010 by MSK

Die Desozialisierung des Rauchers.
Schleichend fing es an. Schon seit 31. Juli 2005 ist in den EU-Ländern Tabakwerbung in Printmedien, Rundfunk und Internet verboten. Bereits seit dem 1. September 2007 gilt das Bundesnichtraucher-Schutzgesetz.
Das bedeutet, dass Raucher nicht mehr in Zügen, Taxis, auf Fähren und in Einrichtungen des Bundes, wie Behörden zu Zigarre, Zigarette oder Pfeife greifen dürfen. Auch in Restaurants und Wirtschaften muss ein separater “Raucherraum” eingerichtet werden. Wo dies nicht möglich ist muss draußen geraucht werden.
Für viele Raucher war dies ein Schock. Manche versuchten sich mit diversen Aktionen zu wehren, aber es kam, wie es kommen musste: Das Rauchverbot wurde durchgesetzt.
Als Ex-Raucher muss ich sagen: Seien wir mal ehrlich, ist es nicht besser so? Denn durch diese Maßnahmen sollen Passivraucher, zu denen auch unsere Kinder gehören, besser geschützt werden. Dies soll keine Predigt werden, denn alle Raucher kennen die Risiken des Rauchens und können sie weis Gott nicht mehr hören.
Endlich Nichtraucher – rauchfrei ohne Stress
Nichtraucher werden jetzt möglicherweise fragen:
Was ist denn eigentlich so schwer daran aufzuhören?
Ehrlich gesagt, wissen es viele Raucher selbst nicht. Manche versuchen, es mit den Entzugserscheinungen zu erklären. Und damit haben sie nicht ganz Unrecht denn:
Schuld ist der Botenstoff Dopamin.
Dopamin ist der “Macher” des Glücksgefühls; ohne ihn gäbe es kein Glücksgefühl. Nikotin reagiert mit den Acetylcholinrezeptoren und erzeugt so unter anderem die Ausschüttung von Dopamin.
Beobachten Sie sich. Von Stresssituationen mal abgesehen, wann greifen Sie zur Zigarette? Viele Raucher belohnen sich mit einer Zigarette zum Beispiel nach der Arbeit, nach einer anstrengenden Autofahrt oder mit der Zigarette “danach”.
Zigaretten gehören für Raucher zu einer gelungen Party oder zur Entspannung einfach dazu, denn die Zigarette belohnt und vermittelt ein Wohlgefühl. Auch wenn man gewillt ist mit dem Rauchen aufzuhören, wer kann und will denn auf das “Glücksgefühl” verzichten?
Doch es gibt noch mehr
Allein schon das Ritual des Rauchens setzt Dopamin frei. Diese Tatsache trägt auch noch erschwerend dazu bei, mit dem Rauchen aufzuhören.
Hinzu kommt noch die Angst vor dem Scheitern und vor Gewichtszunahme. Dies erzeugt Stress, der wiederum das Verlangen nach dem Botenstoff für das Glücksgefühl erzeugt.
Fazit: Je länger geraucht wird, desto mehr Bindungsstellen für den Transmitter Acetylcholin werden gebildet. Diese “Ach-Rezeptoren” sind verantwortlich für die Entzugssymptome. Ein böser, schwer zu brechender Kreislauf. Geben wir’s zu, dies hat nichts mehr mit mangelnder Willensstärke zu tun.
Endlich Nichtraucher – rauchfrei ohne Stress
Doch was können Sie tun?
Mittlerweile gibt es sehr viele Methoden, mit dem Rauchen aufzuhören. Sie reichen von Nikotin-Kaugummis über Nikotin-Pflaster und Tabletten, bis hin zu Bücher, Gesprächstherapie und Hypnose. Ja, es gibt sogar eine Rauchfrei-Spritze!
Endlich Nichtraucher – rauchfrei ohne Stress
Doch welche Methode funktioniert?
Hier kann man nur spekulieren, denn jeder Mensch ist anders und was für den einen das Wunderrezept schlecht hin ist, bewirkt beim nächsten möglicherweise überhaupt nichts.
Die günstigste Methode:
Viele Raucher können von ihrer “eigenen” Methode berichten. Grundsätzlich umfasst dies entweder den plötzlichen kompletten Nikotinentzug oder die sanfte schrittweise Entwöhnung.
Die Punkt-Schluss-Methode:
- Setzen Sie einen bestimmten Tag fest, ab dem Sie nicht mehr rauchen.
- Werfen Sie alle Zigaretten weg oder verschenken Sie sie.
- Stellen Sie Aschenbecher aus dem Blick.
- Vor diesem Tag sollten Sie Ihr Rauchverhalten nicht ändern.
Die Reduktionsmethode:
- Wenn Sie mit der Punkt-Schluss-Methode gescheitert sind, können Sie es mit der langsamen Entwöhnung probieren.
- In welchen Schritten Sie auf Zigaretten verzichten, ist individuell.
- Zum Beispiel bei 20 Zigaretten je 5 Zigaretten weniger pro Woche.
Je besser die Unterstützung durch Freunde oder Familie, desto höher sind die Erfolgsaussichten mit diesen kostengünstigen Ausstiegsmethoden.
Endlich Nichtraucher – rauchfrei ohne Stress
Es wäre zu schön, um wahr zu sein.
Einfach jeden Morgen eine Tablette schlucken und man verspürt keinen Drang mehr am Glimmstängel zu ziehen. Bitte seien Sie sich dessen bewusst, dass ein seit Langem antrainiertes und gelebtes Ritual wie das Rauchen, sich nicht mit Sofortwirkung abtrainieren lässt.
Arzneimittel zur Raucherentwöhnung
Bezüglich Nikotinersatzprodukte, gehen die Meinungen auseinander. Einige sind der Meinung, dass man Gift nicht mit Gift bekämpfen kann. Andere vertreten den Standpunkt, dass die schrittweise Entwöhnung, erst die Gewohnheit brechen ohne Entzugserscheinungen, dann die Nikotinentwöhnung ohne den Stress der fehlenden Gewohnheit, sinnvoll ist.
Sie müssen selbst entscheiden.
Verfügbare Nikotinersatzprodukte (10-30% Abstinenz nach einem Jahr)
- Nikotinnasenspray (in Deutschland zugelassen, aber nicht mehr im Handel)
- Nikotinkaugummi zu 2 und 4 mg
- Nikotinpflaster in drei Stärken, äquivalent zum Tageszigarettenkonsum von 10, 20 und 30 Zigaretten als Darreichungsformen über die Zeit von 16 und 24 Stunden
- Nikotininhalator (in Deutschland zugelassen, aber nicht im Handel)
- Nikotinsublingualtablette (in Deutschland zugelassen, aber nicht im Handel)
- Nikotin-Lutschtablette
Arzneimittel ohne Nikotin sowie Nahrungsergänzungsmittel
- Kräuterzigaretten
Die Kräutermischung enthält: Haselnuß 63%, Papaya 24%, Eukalyptus 6,5%, Pfefferminze 6,5%. Der Rauch einer Kräuterrette enthält: Ø 0,0 mg Nikotin und Ø 3,0 mg Kondensat (Teer)
- Homöopathikum Nico Bloxx (Kudzu Kapseln)
Natürliches Mittel aus Asien.Die Kudzu-Inhaltsstoffe lagern sich an die Rezeptoren an und verhindern das Entstehen von Unruhe und Reizbarkeit.
- Arzneimittel, die das Suchtverhalten beeinflussen
Arzneimittel ohne Nikotin sind Bupropion und Vareniclin. Beide sind rezeptpflichtig.
Unterstützende Maßnahmen und Tipps
Autogenes Training, Muskelentspannung, Akupunktur, Tees; die Liste der unterstützenden Maßnahmen, Tipps und Verhaltenstrainings ist lang deshalb hier nur ein paar:
- Akupunktur
Bei dem bewährten chinesischen Verfahren sticht der Akupunkteur in der Regel drei Nadeln in die “Suchtpunkte” des Ohrs.
- Traubenzucker
Nach einer Studie britischer Mediziner kann Traubenzucker bei Rauchern Entzugserscheinungen mindern.
- Zinnkrauttee
In der Volksmedizin gilt der Tee aus Ackerschachtelhalm (Zinnkraut) als wahrer Balsam für die Lunge.
- Kalmuswurzel
Durch das Zerkauen von Stücken der Kalmuswurzel können die Bitterstoffe der Pflanze jedoch auch den Zigarettengenuss regelrecht verübeln.
Endlich Nichtraucher – rauchfrei ohne Stress
Dann gibt es noch Bücher (siehe Textende)
Das berühmte Buch “Endlich Nichtraucher” von Allen Carr, kann ich nur empfehlen. Ich habe erfolgreich und ohne nennbare Entzugssymptome mit Hilfe dieses Buches aufhören können.
Es war fantastisch!
Dass ich rückfällig geworden bin, lag nicht daran, dass das Buch nicht funktioniert hat, sondern daran, dass ich erneut in die selbe alte Falle, die ich hätte erkennen müssen, hineingetappt bin.
Hier kann ich nur sagen Vorsicht!
Wenn sie sich gut, gesund und frei fühlen, tappen Sie bitte nicht in die Denkfalle: Nun, da es mir so blendend geht, kann ich ja wieder rauchen – nur eine Zigarette, es wird mir ja nicht schaden.
Sie werden es bitter bereuen.
Hier noch ein paar Tipps auf den Weg:
- Keine Ausreden!
Weder eine Krise noch eine gute Nachricht sind ein Grund, “nur die eine Zigarette” zu rauchen.
- Motivation stärken
Fühlen Sie jeden Morgen in sich hinein und seien sie ehrlich mit sich selbst. Spüren Sie, dass es Ihnen ohne Rauchen besser geht: Kein morgendliches Husten, kein schlechter Atem. Diese positiven Aspekte sind motivierend.
- Sport ist gut
Sportliche Aktivität macht ruhiger, killt den Stress und verbrennt Kalorien.
- Raucherutensilien vernichten
Entsorgen Sie alles, was mit Rauchen zu tun hat, denn Sie sind ja jetzt Nichtraucher und brauchen sie nicht mehr. Wenn man sich erst Zigaretten besorgen muss, ist die Hemmschwelle größer.
- Kein Partyverbot!
Verändern sie Ihr soziales Verhalten nicht! Treffen Sie sich nach wie vor mit Ihren Freunden, selbst wenn diese Raucher sind. Erzählen Sie allen, dass sie jetzt Nichtraucher sind. Statt zu rauchen, genießen Sie die Bewunderung und Anerkennung Ihrer Freunde für Ihren mutigen Schritt. Dies wird Ihnen helfen, an Ihrem Entschluss fest zu halten.
- Aus Rückfällen lernen
Ein Rückfall ist nicht mit einem Misserfolg gleichzusetzen! Nur weil man an einer Zigarette gezogen hat, bedeutet das nicht, dass man wieder von vorne anfangen muss. Bleiben Sie positiv! Analysieren Sie wie es zum Rückfall gekommen ist. So erkennen Sie Ihre Schwachstelle und können später jederzeit vorbereitet und selbstbewusst in eine gleichartige Situation hineintreten.
Also, viel Glück und seien Sie guter Dinge – Sie schaffen das!
MSK
Endlich Nichtraucher – rauchfrei ohne Stress
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